
Was gefällt dir an Trauungen besonders?
Es fasziniert mich immer wieder, wenn zwei Menschen bedingungslos „JA“ zueinander sagen. Ein Moment, der für die Paare nicht nur emotional ist, sondern eine bleibende Konsequenz fordert und eine unwahrscheinliche gegenseitige Zusage bedeutet. Ein Schritt vor dem ich jedes Mal auch Respekt habe und von dem ich beeindruckt bin. Außerdem ist es den Paaren wichtig, dass Gott hineingenommen wird. Vielleicht können es nicht alle Paare so benennen, aber den meisten ist die Zusage Gottes auch heute noch sehr wichtig.
Was passiert beim Traugespräch?
Ein Taugespräch hat viele Seiten. Zunächst dient es dazu, das Paar kennenzulernen. Allerdings ist es mir wichtig, dass das Paar auch mich kennenlernt. Deshalb ist ein Traugespräch auch immer ein sehr persönliches Gespräch. Natürlich braucht es auch Formalitäten. Dabei muss ein Trauprotokoll ausgefüllt werden. Das schöne dabei ist, dass ich dabei bereits sehr gut die Bedeutung einer christlichen Ehe erklären kann. Dabei spürt man bereits, wie groß die Entscheidung einer Ehe eigentlich ist. Anschließend kommt es zu einem Gespräch. Dabei dürfen vor allem die Paare von sich erzählen. Wie haben sie sich kennengelernt? Was macht ihre Beziehung aus? Was ist ihnen wichtig? Warum gerade der*die eine Partner*in? Ich bin immer wieder beeindruckt, was für schöne und ehrliche Gespräche dabei entstehen. Natürlich wird im Traugespräch auch die Gestaltung des Traugottesdienstes angesprochen.
Wie können Paare ihren Traugottesdienst mitgestalten?
Mir ist es wichtig, dass die Paare möglichst viel mitgestalten. Natürlich begleite ich sie in der Vorbereitung. Aber es soll der Gottesdienst werden, den sich die Paare vorstellen. Mir ist es sehr wichtig, dass eine Hochzeit persönlich wird. Die Brautpaare sollen im Gottesdienst vorkommen. Natürlich stehe ich dabei mit meinem Rat zur Seite und erläutere, was Sinn macht und was vielleicht nicht so sinnvoll erscheint. Auch auf den zeitlichen Rahmen muss man immer wieder achten. Dennoch sollen die Paare ihre Vorstellungen einbringen.
Welchen Tipp hast du für alle, die gerade Ihre kirchliche Hochzeit planen?
Es soll nicht der Gottesdienst für die Gäste, sondern der Gottesdienst für das Brautpaar sein. Deshalb ist es mir zum Beispiel auch wichtig, dass sich die Paare während der Trauung zueinander drehen und sich gegenüberstehen. Sie versprechen ja nichts mir oder den Gästen. Sondern sie geben sich gegenseitig ein bedingungsloses „JA“. Da ist es egal ob Tränen kommen, ob man lachen muss oder ob einem die Sprache wegbleibt… Für die Vorbereitung finde ich es wichtig, dass das Paar ehrlich seine Wünsche und Vorstellungen anspricht. Gemeinsam findet man für den Gottesdienst immer eine Gestaltung, die dem Paar entspricht.
